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Kaffeepreis und Rekordernte in Brasilien, was Büros und Gastronomie erwarten können

Kaffeepreis und Rekordernte in Brasilien, was Büros und Gastronomie erwarten können
Inhalt

Der Kaffeepreis an den Rohstoffbörsen steht im Herbst 2026 unter Druck, weil Brasilien eine Rekordernte erwartet. Die staatliche Agrarbehörde Conab hat am 24. September 2026 ihre Prognose für die laufende Ernte auf 67,6 Millionen Sack zu je 60 Kilogramm angehoben, 19,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Arabica, die für Büro und Gastronomie wichtigste Sorte, legt besonders stark zu. Für Betriebe, die Kaffeebohnen für ihre Vollautomaten einkaufen, stellt sich die Frage, wann und wie stark das im Einkauf ankommt.

Das Wichtigste in Kürze

Kaffeeernte Brasilien, die Prognose der Conab

Brasilien ist der größte Kaffeeproduzent der Welt. Laut Conab, wie Reuters und Forbes Brasil am 24. September 2026 berichteten, steigt die Ernte 2026 auf 67,6 Millionen Sack. Gegenüber der Mai-Schätzung sind das rund 900.000 Sack mehr. Die Behörde begründet das mit dem positiven Zweijahreszyklus der Pflanzen, neuen Anbauflächen und höheren Erträgen.

KennzahlPrognose September 2026Vergleich
Gesamternte67,6 Mio. Sackplus 19,6 Prozent zu 2025
Arabica48,2 Mio. SackMai-Schätzung 45,8 Mio. Sack
Robusta und Conilon19,4 Mio. SackMai-Schätzung 20,9 Mio. Sack
Anbaufläche1,95 Mio. Hektarplus 5,1 Prozent
Ertrag34,6 Sack je HektarDurchschnitt

Ein Sack entspricht 60 Kilogramm Rohkaffee. Quelle ist die dritte Ernteerhebung der Conab, Stand 24. September 2026.

Rohkaffee Preis, wo die Börse steht

Nach Angaben der Internationalen Kaffeeorganisation ICO lag ihr zusammengesetzter Indikatorpreis vom 3. bis 14. August 2026 an allen zehn Handelstagen über 280 US-Cent je Pfund. Als Gründe nannte die ICO starke Regenfälle in brasilianischen Anbaugebieten, die die Ernte verzögerten, sowie Erwartungen an ein stärkeres El-Niño-Ereignis zum Jahresende.

Mit den besseren Ernteaussichten gaben die Notierungen nach. Laut dem Marktdatenanbieter Trading Economics lag Arabica Anfang Oktober bei rund 288 US-Cent je Pfund und damit etwa 24 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Höchststand von über 440 US-Cent stammt aus dem Februar 2025. Dennoch bleibt Kaffee deutlich teurer als vor der Preisrallye. Lavazza-Präsident Giuseppe Lavazza hatte im Juli gesagt, niedrigere Preise seien in den nächsten zwei Jahren unwahrscheinlich, weil der Markt zwei gute Ernten in Folge brauche.

Was im Handel ankommt

Röster kaufen Rohkaffee oft Monate im Voraus, deshalb folgen Endpreise der Börse mit Verzögerung. Laut Statistischem Bundesamt kostete Kaffee im Februar 2026 noch 19,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Tchibo erhöhte Mitte Februar 2026 seine Preise. Im Mai senkten dagegen Discounter wie Lidl ihre Eigenmarken um 10 bis 50 Cent je Packung und verwiesen auf sinkende Rohstoffpreise.

Für Ihren Einkauf heißt das, Angebote regelmäßig zu vergleichen und Rahmenverträge nicht zu lange festzuschreiben. Was Sie beim Bezug für den Betrieb beachten sollten, lesen Sie im Beitrag Kaffee online bestellen. Hinweise zu Sorten und Röstung gibt der Ratgeber Kaffeebohnen für den Kaffeevollautomaten.

Rohkaffee

Börsenpreis für Arabica und Robusta

Röstung

Einkauf oft Monate im Voraus, Preise folgen verzögert

Kaffeepreise im Büro, ein Rechenbeispiel

Wie stark sich der Bohnenpreis im Betrieb auswirkt, hängt vom Verbrauch ab. Die Bohnenmenge je Tasse hängt von Mahlgrad und Rezept ab, mehr dazu im Beitrag Kaffeeverbrauch pro Tasse. Nehmen wir als vereinfachte Annahme acht Gramm je Tasse, dann kommt ein Büro mit 60 Tassen am Tag und 220 Arbeitstagen auf gut 100 Kilogramm Bohnen im Jahr. Jeder Euro mehr oder weniger je Kilogramm verändert die Jahreskosten damit um rund 100 Euro.

Die Maschine selbst ist meist der größere Kostenblock. Für 31 bis 100 Tassen am Tag liegt die Miete eines gewerblichen Kaffeevollautomaten laut unserem Marktkorridor bei etwa 90 bis 235 Euro im Monat ohne Umsatzsteuer. Ob ein Full-Service-Vertrag mit Bohnenlieferung günstiger ist, zeigt ein Vergleich der Gesamtkosten.

Kosten für Ihren Betrieb berechnen

Im Preisrechner sehen Sie, welcher Miet- oder Kaufrahmen zu Ihrem Tassenbedarf passt, und können Bohnen- und Gerätekosten sauber trennen.

Was Betriebe jetzt tun können

Eine Rekordernte senkt die Preise nicht über Nacht. Wetterrisiken wie El Niño, Wechselkurse und Lagerbestände bleiben Unsicherheitsfaktoren. Wer Bohnen über einen Kaffeeservice bezieht, sollte prüfen, ob Preisanpassungsklauseln in beide Richtungen wirken. Mehr zu den Gesamtkosten zeigt der Beitrag Kosten eines Kaffeevollautomaten.

Praxistipp

So behalten Sie den Kaffeepreis im Griff.

Häufige Fragen

Die Rohkaffeepreise liegen im Herbst 2026 deutlich unter dem Vorjahr, weil Brasilien eine Rekordernte erwartet. Ob und wann das im Handel ankommt, hängt von Röstern, Lagerbeständen und Wetter ab, eine verlässliche Prognose gibt es nicht.

Die Agrarbehörde Conab erwartet laut Erhebung vom 24. September 2026 eine Rekordernte von 67,6 Millionen Sack zu je 60 Kilogramm. Davon entfallen 48,2 Millionen Sack auf Arabica.

Arabica notierte Anfang Oktober 2026 laut Trading Economics bei rund 288 US-Cent je Pfund, etwa ein Viertel unter dem Vorjahreswert. Im August lag der ICO-Indikatorpreis noch durchgehend über 280 US-Cent.

Bei 60 Tassen am Tag, 220 Arbeitstagen und angenommenen acht Gramm je Tasse braucht ein Büro gut 100 Kilogramm Bohnen im Jahr. Jeder Euro Preisänderung je Kilogramm macht dann rund 100 Euro im Jahr aus, deutlich weniger als Miete oder Kauf der Maschine.

Röster kaufen Rohkaffee häufig Monate im Voraus und sichern Preise ab. Sinkende Börsenkurse erreichen den Handel deshalb mit Verzögerung.

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