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Abschreibung Kaffeevollautomat, so setzen Betriebe Gerät, Miete und Leasing steuerlich an

Abschreibung Kaffeevollautomat, so setzen Betriebe Gerät, Miete und Leasing steuerlich an
Inhalt

Die Abschreibung eines Kaffeevollautomaten hängt vom Kaufpreis ab. Bis 800 Euro netto lässt sich das Gerät in Deutschland als geringwertiges Wirtschaftsgut im Jahr der Anschaffung voll absetzen, teurere Geräte werden über ihre Nutzungsdauer verteilt. Miete und Leasing sind dagegen in der Regel laufender Aufwand. Dieser Ratgeber erklärt Nutzungsdauer, GWG-Grenze und Sammelposten, rechnet Beispiele durch und nennt Beispielkonten für SKR03 und SKR04. Die Einordnung im Einzelfall übernimmt Ihre Steuerberatung.

Das Wichtigste in Kürze

Abschreibung Kaffeevollautomat im Betrieb, die Grundregeln

Ein Kaffeevollautomat, den ein Betrieb kauft und dauerhaft nutzt, gehört zum Anlagevermögen. Sein Anschaffungspreis wird deshalb nicht auf einmal als Aufwand gebucht, sondern über die Jahre der Nutzung verteilt. Das nennt man Absetzung für Abnutzung, kurz AfA oder Abschreibung. Maßgeblich sind die Anschaffungskosten ohne abziehbare Vorsteuer, dazu zählen auch Lieferung und Installation.

Für kleine Beträge gibt es Vereinfachungen. Geringwertige Wirtschaftsgüter und der Sammelposten erlauben es, den Aufwand sofort oder über fünf Jahre pauschal anzusetzen. Welche Regel Sie wählen, hängt vom Preis des Geräts und von Ihrer Buchhaltungspraxis ab. Welche Preisklassen im Markt üblich sind, zeigt der Ratgeber Kaffeevollautomat Kosten im Betrieb.

AfA Kaffeevollautomat im Büro, Nutzungsdauer nach AfA-Tabelle

Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer bestimmt, über wie viele Jahre die Anschaffungskosten verteilt werden. Das Bundesfinanzministerium veröffentlicht dafür AfA-Tabellen. Die allgemein verwendbare Tabelle gilt für Wirtschaftsgüter, die in vielen Branchen vorkommen, daneben gibt es branchenspezifische Tabellen. Die Tabellen sind Anhaltswerte der Finanzverwaltung, im Einzelfall kann eine kürzere Dauer begründet sein.

Ob Ihre Tabelle einen eigenen Eintrag für Kaffeevollautomaten nennt und welche Dauer dort steht, lassen Sie sich von Ihrer Steuerberatung bestätigen. Wir nennen hier bewusst keine feste Zahl, weil die Einordnung vom Gerät, vom Einsatz und von der Tabelle abhängt. Für die Rechenbeispiele unten nehmen wir fünf und acht Jahre als Annahme. Wie lange Geräte tatsächlich halten, erklärt der Ratgeber Lebensdauer eines Kaffeevollautomaten.

GWG-Grenze und Sammelposten bei der Kaffeemaschine im Büro

Für Geräte mit niedrigem Preis gelten nach dem Einkommensteuergesetz drei Stufen. Sie bestimmen sich nach den Anschaffungskosten ohne Umsatzsteuer, sofern Sie zum Vorsteuerabzug berechtigt sind.

Anschaffungskosten nettoBehandlung in DeutschlandFolge für den Betrieb
bis 250 Eurosofort als Betriebsausgabekein Anlagenverzeichnis nötig
über 250 bis 800 Eurogeringwertiges Wirtschaftsgut, Sofortabzug im AnschaffungsjahrAufzeichnung nötig, Wahlrecht je Wirtschaftsjahr
über 250 bis 1.000 Euroalternativ Sammelposten, Auflösung über fünf Jahreeinheitlich für alle Güter dieser Spanne im Jahr
über 800 Euro, ohne SammelpostenAbschreibung über die NutzungsdauerEintrag im Anlageverzeichnis, monatsgenaue AfA

Das Wahlrecht zwischen GWG und Sammelposten gilt einheitlich für alle Wirtschaftsgüter eines Jahres im jeweiligen Preisbereich. In Österreich liegt die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter nach dem dortigen Einkommensteuergesetz bei 1.000 Euro. Die Grenzen können sich ändern, lassen Sie den aktuellen Stand deshalb von Ihrer Steuerberatung bestätigen. Wer ein günstiges Gerät plant, findet im Ratgeber Kaffeevollautomat unter 200 Euro Hinweise zum Einsatz im Betrieb.

Rechenbeispiele für Gerät, GWG und Sammelposten

Die folgenden Beispiele zeigen, wie sich die Regeln auswirken. Alle Werte sind Annahmen ohne Umsatzsteuer, die Nutzungsdauer wurde mit fünf und acht Jahren angesetzt. Der Kauf erfolgt jeweils im Oktober, die lineare Abschreibung läuft monatsgenau.

FallGerät und RegelAufwand im AnschaffungsjahrAufwand je Folgejahr
Kanzlei, kleines Gerät700 Euro, geringwertiges Wirtschaftsgut700 Euro sofortkeiner
Praxis, Sammelposten950 Euro, Sammelposten über fünf Jahre190 Euro190 Euro bis Jahr fünf
Büro, mittleres Gerät2.400 Euro, lineare AfA über fünf Jahre120 Euro für drei Monate480 Euro
Gastronomie, großes Gerät7.200 Euro, lineare AfA über acht Jahre225 Euro für drei Monate900 Euro

Das Beispiel zeigt, dass der Zeitpunkt des Kaufs im Jahr zählt. Ein Gerät, das im Dezember angeschafft wird, erzeugt bei linearer AfA nur einen Monat Aufwand im ersten Jahr. Beim Sofortabzug oder Sammelposten entfällt dieser Effekt, der Sammelposten wird im Jahr der Bildung mit einem vollen Fünftel angesetzt. Mehr zur Frage, ob sich ein Gerät insgesamt rechnet, finden Sie im Ratgeber Lohnt sich ein Kaffeevollautomat.

Kaffeevollautomat buchen in SKR03 und SKR04

Die Kontenrahmen SKR03 und SKR04 sind Standardkontenrahmen der Buchhaltung. Welche Konten Sie nutzen, hängt vom Rahmen und von der Einrichtung Ihrer Buchhaltung ab. Die folgenden Konten sind Beispiele aus den Standardrahmen und sollten mit Ihrem Kontenplan abgeglichen werden. Kauf und Aktivierung laufen über die Betriebs und Geschäftsausstattung, geringwertige Wirtschaftsgüter und der Sammelposten haben eigene Konten.

VorgangSKR03, BeispielSKR04, Beispiel
Kaffeevollautomat über der GWG-Grenze0400 Betriebsausstattung oder 0410 Geschäftsausstattung0400 Betriebsausstattung oder 0410 Geschäftsausstattung
Geringwertiges Wirtschaftsgut aktivieren0480 Geringwertige Wirtschaftsgüter0670 Geringwertige Wirtschaftsgüter
Sofortabschreibung GWG4855 Sofortabschreibung GWG6260 Sofortabschreibung GWG
Sammelposten bilden0485 Wirtschaftsgüter über 250 bis 1.000 Euro0675 Sammelposten
Lineare Abschreibung4830 Abschreibungen auf Sachanlagen6220 Abschreibungen auf Sachanlagen
Leasingraten4810 Mietleasing6840 Mietleasing

Prüfen Sie diese Zuordnung mit Ihrer Buchhaltung, denn Kontenpläne werden individuell angepasst. Wer Kaffee, Milch, Reinigungsmittel und Wasserfilter bucht, nutzt häufig ein Konto für sonstigen Betriebsbedarf, Beispiele sind 4980 in SKR03 und 6850 in SKR04.

Kaffeemaschine buchen in SKR03, Schritt für Schritt

Wer eine Kaffeemaschine in SKR03 buchen möchte, geht am besten in dieser Reihenfolge vor. Zuerst prüfen Sie, ob der Nettopreis über oder unter der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter liegt. Dann entscheiden Sie, ob Sie das Gerät aktivieren, als GWG sofort abschreiben oder in den Sammelposten einstellen. Anschließend erfassen Sie die Rechnung mit dem Vorsteuerabzug und legen das Gerät im Anlageverzeichnis an, wenn es aktiviert wird.

Für die laufende Abschreibung buchen Sie monatlich oder zum Jahresende die lineare AfA auf das Aufwandskonto und das Anlagekonto. Bei einer Rückgabe oder Verschrottung buchen Sie den Restbuchwert aus. Wer das Gerät mietet oder least, bucht stattdessen die Rate als Aufwand und aktiviert nichts.

Kosten für Ihren Betrieb in zwei Minuten ermitteln

Mit dem Preisrechner sehen Sie die Korridore für Kauf, Miete und Leasing nach Tagesbedarf und können die steuerliche Wirkung mit Ihrer Beratung besprechen.

Miete und Leasing, wie sie steuerlich behandelt werden

Mietraten sind Betriebsausgaben und werden im Monat der Zahlung gebucht. Beim Leasing gilt das in der Regel ebenfalls, wenn das Gerät steuerlich dem Leasinggeber zugerechnet wird. Das hängt von Grundlaufzeit, Kaufoption und Restwert ab. Bei Mietkauf oder Verträgen mit festem Eigentumsübergang kann das Gerät dagegen bei Ihnen zu aktivieren sein. Die Einordnung sollten Sie vor Vertragsabschluss mit Ihrer Steuerberatung klären.

Der Vorteil von Miete und Leasing liegt in der gleichmäßigen Belastung. Beim Kauf entsteht ein hoher Betrag im Anschaffungsjahr, dem nur ein Teil als Aufwand gegenübersteht. Mehr zu den Formen der Beschaffung erklärt der Ratgeber Kaufen, mieten oder leasen, Vertragspunkte beim Leasing zeigt der Beitrag Kaffeevollautomat leasen.

AfA Kaffeemaschine in der Gastronomie, Besonderheiten

In Cafés, Restaurants und Hotels laufen Kaffeemaschinen deutlich länger und häufiger als im Büro. Die Finanzverwaltung stellt neben der allgemeinen Tabelle auch branchenspezifische Tabellen bereit. Ob für Ihr Gewerbe eine besondere Tabelle gilt, klärt Ihre Steuerberatung. Zudem kann die tatsächliche Nutzungsdauer bei hoher Auslastung kürzer sein als der Tabellenwert, was eine kürzere Abschreibung begründen kann.

Gastronomiegeräte mit mehr als 300 Tassen am Tag liegen im Marktkorridor bei etwa 9.000 bis 21.000 Euro Kauf oder etwa 260 bis 480 Euro Miete im Monat. Bei diesen Beträgen entfällt die GWG-Regel, die Abschreibung läuft über Jahre. Hinzu kommen Wartungsverträge, die als laufender Aufwand zu buchen sind. Mehr zur Gastronomie steht im Ratgeber Kaffeevollautomat Gastronomie mieten.

Garantie, Wartung und Nebenkosten in der Buchhaltung

Wartung, Reparaturen und Reinigung sind laufender Aufwand und werden im Jahr der Zahlung gebucht. Größere Umbauten, die das Gerät wesentlich verbessern, können dagegen zu nachträglichen Anschaffungskosten führen, das ist bei Kaffeevollautomaten selten. Verlängerte Garantien und Wartungsverträge buchen Sie als Aufwand und, wenn sie im Voraus gezahlt werden, gegebenenfalls anteilig über einen Rechnungsabgrenzungsposten.

Welche Leistungen Garantie und Gewährleistung abdecken, erklärt der Ratgeber Garantie bei Kaffeevollautomaten.

Typische Fehler bei der Abschreibung

Fehler entstehen meist durch Unklarheit über die Grenzen. Sie lassen sich mit wenigen Prüfpunkten vermeiden.

Im Zweifel hilft ein kurzes Gespräch mit der Steuerberatung vor dem Kauf, denn es entscheidet über Zeitpunkt, Vertragsform und Buchung.

Häufige Fragen

Geräte bis 800 Euro netto können in Deutschland als geringwertiges Wirtschaftsgut im Anschaffungsjahr voll abgesetzt werden. Teurere Geräte schreiben Sie linear über die Nutzungsdauer ab, im Anschaffungsjahr monatsgenau.

Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer richten Sie nach den AfA-Tabellen des Bundesfinanzministeriums und dem tatsächlichen Einsatz. Lassen Sie den passenden Eintrag und die Dauer von Ihrer Steuerberatung bestätigen.

Bei Aktivierung nutzen Sie ein Konto der Betriebs und Geschäftsausstattung, für GWG und Sammelposten gibt es eigene Konten. Beispiele finden Sie in der Tabelle oben, den Abgleich mit Ihrem Kontenplan übernimmt Ihre Buchhaltung.

Ja, wenn der Nettopreis bei höchstens 800 Euro liegt und Sie die GWG-Regel anwenden. Bei Beträgen bis 250 Euro genügt die Buchung als Betriebsausgabe.

In Österreich liegt die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter nach dem dortigen Einkommensteuergesetz bei 1.000 Euro netto. Klären Sie Besonderheiten mit Ihrer Steuerberatung.

Mietraten sind laufender Betriebsaufwand und werden bei Zahlung gebucht. Bei Leasing gilt das in der Regel ebenso, bei Mietkauf kann das Gerät zu aktivieren sein.

Die Geräte werden stärker beansprucht, deshalb kann die tatsächliche Nutzungsdauer kürzer sein. Zusätzlich gibt es branchenspezifische AfA-Tabellen, ob eine für Ihr Gewerbe gilt, klärt die Steuerberatung.

Er lohnt sich, wenn Sie mehrere Güter zwischen 250 und 1.000 Euro im Jahr kaufen und die Verwaltung vereinfachen wollen. Der Aufwand verteilt sich auf fünf Jahre, das Wahlrecht gilt einheitlich für das Wirtschaftsjahr.

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